Künstliche Intelligenz philosophisch diskutiert

Die Professoren Stefan Kopp und Rüdiger Bittner erörterten Fragen von Geniale-Besuchern

Was macht das CITEC dafür, dass Forschungsprojekte nicht für militärische Zwecke genutzt werden? Warum muss die mitdenkende Wohnung KogniHome Daten von seinen Bewohnern speichern? Derartige Fragen diskutierten Informatik-Professor Dr. Stefan Kopp und Philosophie-Professor Dr. Rüdiger Bittner mit den Geniale-Gästen am 25. August im Mensazelt auf dem Jahnplatz.

Thomas Milse moderierte die Diskussion und holte immer wieder neue Fragen aus dem Publikum ein. Foto: CITEC/Universität Bielefeld Vom Jugendlichen bis zur Rentnerin waren alle Altersklassen vertreten. Moderator Thomas Milse musste das Publikum nicht lange bitten. In rascher Folge stellten die 40 Gäste immer wieder neue Fragen zur künstlichen Intelligenz und deren Zukunft. Die beiden Wissenschaftler sprachen zum Beispiel über ethische Aspekte von CITEC-Entwicklungen wie dem virtuellen Avatar Billie, der Menschen im Alltag hilft. Sie thematisierten auch, welche ethischen Fragen bei Sozialrobotern wie der Roboter-Robbe Paro oder dem Sprachassistent Siri berücksichtigt werden sollten.

„Das Besondere an einer Diskussion während der Geniale ist die Vielfalt des Publikums“, sagt Prof. Dr. Stefan Kopp, Leiter der Forschungsgruppe Kognitive Systeme und soziale Interaktion. „Anders als mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die uns am CITEC besuchen, werden bei solch einer Veranstaltung Fragen gestellt, die direkt mit der Anwendung zusammenhängen oder Erwartungen und Befürchtungen der Menschen beinhalten.“ Kopp untersucht mit seiner Forschungsgruppe, wie technische Systeme zu sozial intelligenten Kooperationspartnern werden können. Im Vordergrund stehen dabei Prinzipien der menschlichen Kommunikation, die auf die Technik übertragen werden. Prof. Dr. Rüdiger Bittner und Prof. Dr. Stefan Kopp diskutierten die Fragen der Geniale-Besucherinnen und Besucher. Foto: CITEC/Universität Bielefeld

Rüdiger Bittner ist emiritierter Professor für Philosophie, der in Harvard, Tübingen, Berlin und Heidelberg studiert und in Heidelberg, Princeton, Hildesheim, Yale und zuletzt in Bielefeld gelehrt hat. Er beschäftigt sich insbesondere mit   Handlungstheorie, Moralphilosophie und politischer Philosophie. Er konnte bei der Diskussion aus einer breiten Erfahrung zu vielen verschiedenen Themen schöpfen.

 Beide Professoren kommen aus unterschiedlichen Disziplinen, trotzdem war das Aufeinandertreffen kein Streitgespräch, sondern eine offene Diskussion. In Zusammenarbeit mit der philosophischen Fakultät haben CITEC-Forschende Ethik-Grundsätze formuliert. Sie sollen dazu beitragen, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihren Entwicklungen das Große und Ganze nicht aus dem Blick verlieren und bereits während der Forschung auf ethische Richtlinien Rücksicht nehmen. Auch aus diesem Grund kamen die beiden Wissenschaftler oft auf den gleichen Nenner, wenn es um Fragen der künstlichen Intelligenz ging.

Weitere Informationen im Internet:

Link zur philosophischen Diskussion während der Geniale: https://www.geniale-bielefeld.de/programm-2017/date/252/show/Event/