Geniale-Besucher diskutierten über Smart Homes

World Café auf Wissenschaftsfestival Geniale zu Chancen und Grenzen von intelligenten Wohnungen

Was sollte ein intelligentes Zuhause alles können? Und was besser nicht? Welche Entscheidungen soll ein Smart Home für uns treffen? CITEC organisierte erstmals während des Wissenschaftsfestivals Geniale ein World Café – zusammen mit der Fachhochschule der Diakonie, den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und dem Möbeltechnik-Hersteller Hettich. Das Diskussionsformat war Teil von insgesamt fünf Programmpunkten, die die Partner auf der Geniale anboten. Die Besucher diskutierten in der Fachhochschule in Bethel das Thema „Zukunft Wohnen – Was darf ein schlaues Zuhause?“

Jörg Heeren führte die Geniale-Besucher durch das World Café. Foto: CITEC/Universität Bielefeld „Das Konzept des World Cafés ging auf, die Gäste und Experten haben sehr intensiv diskutiert“, sagt Jörg Heeren, Referent für Wissenschaftskommunikation, der das Café moderierte. Die Experten des World Cafés waren Dr. Thorsten Jungeblut (CITEC), Melissa Henne (Bethel), Professor Dr. Thomas Zippert (Fachhochschule der Diakonie) und Ralf Müterthies (Firma Hettich). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begab sich jeder der vier Experten an seinen Tisch. Heeren teilte die Gäste in Gruppen auf, die dann ihre Fragen diskutieren konnten und nach zehn Minuten Tisch und Themenschwerpunkt tauschten.

„Der Fortschritt in der Mikroelektronik ermöglicht die Realisierung von immer intelligenter werdenden technischen Geräten. Die zunehmende Vernetzung solcher Komponenten in der intelligenten Wohnung schafft bisher nie dagewesene Funktionalitäten“, sagte Dr. Thorsten Jungeblut, Koordinator des Innovationsclusters KogniHome. „Die Wohnung der Zukunft soll die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen verbessern und gleichzeitig ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.“ Jungeblut diskutierte an seinem Tisch die technischen Chancen einer intelligenten Wohnung.

Ralf Müterthies und Thorsten Jungeblut diskutieren mit Gästen während des World Cafés die Zukunft des Wohnens. Foto: CITEC/Universität BielefeldWie sich Teilhabe am Alltag durch intelligente Möbel verändern kann, zeigte Ralf Müterthies auf. „Eine intelligente Wohnung wird erst durch den vollständigen Einbezug smarter Möbel für den Nutzer richtig praktikabel, smarte Möbel müssen dabei anders gedacht werden als nur als Einbau elektrischer Komponenten“, sagte Müterthies.

 Besonderes Interesse bestand an den ethischen Anforderungen einer intelligenten Wohnung. „Ein Smart Home bietet viele Möglichkeiten der Unterstützung im Alltag – insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen“, sagte Melissa Henne, Leiterin der Stabstelle Unternehmensentwicklung der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. „Aber es verändert unser Leben auch in vielfacher Weise. Darüber sollten wir aus unterschiedlichen Perspektiven nachdenken und uns dann bewusst entscheiden, wo wir in Zukunft Technik einsetzen wollen und wo nicht.“

Auf braunen Papierbögen sammelten die Diskussionsteilnehmer ihre Ergebnisse. Foto: CITEC/Universität BielefeldWie sich Seniorinnen und Senioren mit einer intelligenten Wohnung befassen und welche Bedürfnisse diese Nutzergruppe hat, stellte Professor Dr. Thomas Zippert in den Vordergrund seiner Diskussion. „Ich finde Smart Homes gut und wichtig, wenn sie es ermöglichen, möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können“, sagte Zippert. „Schwierig finde ich sie, wenn sie die Abhängigkeit von Dritten wie Menschen, Nachbarn, Pflegediensten um eine weitere von nicht durchschaubarer und beherrschbarer Technik ersetzen.“

Ergebnisse der einzelnen Thementische wurden auf den Papiertischdecken notiert und konnten im Anschluss an die Diskussion bei einer Tasse Kaffee noch einmal angeschaut werden. Neben dem World Café standen unter anderem Besuche der mitdenkenden Wohnung KogniHome in Bethel auf dem Programm. Im Stundentakt führten Michael Adams, Nils Kucza und Nils Neumann vom CITEC und Jaqueline Langer und Ralf Müterthies von Hettich Besuchergruppen durchs KogniHome.

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