Einfluss des Buchinhalts auf das Gestikverhalten der Mutter in einer Mutter-Kind-Interaktion

Worum geht‘s?
2004 zeigten Rowe und Pan, dass wenn Mütter gemeinsam mit ihrem Kind ein Bilderbuch betrachten und dabei nicht nur das auf dem Bild zu sehende Objekt benennen, sondern vor allem darauf zeigen, sich dieses gestische Verhalten positiv auf den Worterwerb der Kinder auswirkt. Was aber, wenn der Inhalt des Buches unterschiedlich ist? Wie ändert sich das Zeigeverhalten und welches Zeigeverhalten steht im Zusammenhang mit dem Wortschatz des Kindes?

Aufgabe/Fragestellung
Untersucht werden das gestische Verhalten von 16 Mutter-Kind-Paaren, die zu 4 Zeitpunkten aufgenommen wurden. In einer Nomenbedingung bekamen 8 Mutter-Kind-Paare Bilderbücher mit nur einem Objekt auf einer Seite (z.B. eine Tasse). In einer Relationenbedingung bekamen die anderen 8 Mutter-Kind-Paare Bilderbücher mit zwei Objekten auf einer Seite, die in einer Relation zueinander stehen (z.B. eine Tasse auf einem Tisch). Es soll das Zeigeverhalten der Mütter längsschnittlich zu den Daten über die sprachliche Entwicklung des Kindes in Bezug gesetzt werden. Mit Referenz auf Rowe, Özcaliskan und Goldin-Meadow (2008) ist zu vermuten, dass das mütterliche Gestenverhalten zum Zeitpunkt von 14 Monaten mit dem Gestenverhalten der Kinder mit 14 Monaten positiv korreliert und dies wiederum mit dem Wortschatz der Kinder (erfasst mit 24 Monaten) positiv korrelieren wird.
Im Hinblick auf den unterschiedlichen Buchinhalt lautet die Untersuchungshypothese, dass das Zeigeverhalten in der Relationenbedingung komplexer ist und deshalb zum Zeitpunkt von 14 Monaten nicht mit dem Wortschatz des Kindes mit 24 Monaten korrelieren wird. Dagegen soll die Nomenbedingung die Studie von Rowe und Pan replizieren und zeigen, dass das Zeigeverhalten zum 24. Lebensmonat mit dem produktiven Lexikonerwerb in Zusammenhang steht.

Kontakt
Katharina Rohlfing